Aktuelles

Wertvolle Partnerschaft: 3 besondere Leihgaben

Drei hochwertige Streichinstrumente stellt uns der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft zur Verfügung, damit wir sie über den Deutschen Musikinstrumentenfonds an Stipendiat:innen verleihen können.

Mehr als 280 wertvolle Streichinstrumente befinden sich in unserer Schatzkammer, dem Deutschen Musikinstrumentenfonds. Gegründet 1993, hat er sich in den vergangenen Jahrzehnten stetig entwickelt und ist durch Treugaben, Schenkungen und Erbschaften gewachsen. Eine jener Institutionen, die Streichinstrumente in unseren Fonds eingegeben haben, stellen wir Ihnen heute vor: den Kulturkreis der deutschen Wirtschaft, von dem wir eine Geige, eine Bratsche und ein Cello verleihen dürfen.

Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft ist die traditionsreichste Institution für unternehmerische Kulturförderung in Deutschland. Mit den Beiträgen und Spenden seiner Mitglieder fördert der Kulturkreis seit 1951 junge Künstlerpersönlichkeiten in den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Literatur und Musik. Als bundesweites unabhängiges Netzwerk vereint er kulturell engagierte Unternehmen, Wirtschaftsverbände, unternehmensnahe Stiftungen und Unternehmerpersönlichkeiten. Er thematisiert unternehmerische Kulturförderung, vertritt kulturpolitische Interessen seiner Mitglieder und setzt sich für eine Gesellschaft ein, in der Kunst und Kultur als unverzichtbare Ressourcen verstanden werden.

Rodger Masou, Geschäftsführer des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft, sagt: „Wir tun dort etwas, wo Zukunft stattfindet. Die Förderung junger Talente gehört seit vielen Jahrzehnten zum Selbstverständnis des Kulturkreises. Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Instrumente aus unserer Sammlung in die Hände herausragender Musikerinnen und Musiker zu geben und sie auf ihrem künstlerischen Weg zu begleiten. Ein außergewöhnliches Instrument ist weit mehr als ein Arbeitsmittel. Es eröffnet Ausdrucksmöglichkeiten, stärkt das künstlerische Selbstvertrauen und kann prägende Impulse für eine Laufbahn geben. Gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Musikleben möchten wir dazu beitragen, musikalischem Potenzial den Raum zu geben, sich bestmöglich zu entfalten.“

Wir stimmen ihm aus ganzem Herzen zu, denn wir wissen aus Erfahrung, dass die Leihgabe eines herausragenden Streichinstrumentes es vielen jungen Talenten erst möglich macht, wichtige Meilensteine auf ihrem Karriereweg – etwa Wettbewerbe oder Probespiele – zu bewältigen.

Eine unserer jüngsten Stipendiatinnen ist Frieda Magdalene Hollmer, geboren 2014. Sie hat bereits zahlreiche wichtige Preise gewonnen und ist seit 2026 Stipendiatin des renommierten Perlman Music Program. Im August wurde ihr eine Violine mit Zettel „Joannes Battista Gabrielli...“ anvertraut, eine Wiener Arbeit von ca. 1765–75. Diese hat der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft in den Deutschen Musikinstrumentenfonds eingegeben. Wir haben Frieda gefragt, wie es mit der Geige läuft:

Liebe Frieda, wann hattest Du das erste Mal den Wunsch, Geige zu spielen?
Ich wollte schon Geige spielen, da war ich noch nicht zwei Jahre alt. Es waren nur zwei Minuten bei einem Workshop auf einer winzigen Geige, aber ich war ziemlich beeindruckt. Danach habe ich aber mit viereinhalb Jahren im Unterricht einer Geigenlehrerin zugehört und mich klar dagegen entschieden. Beim zweiten Versuch fand ich es dann doch super!

Die ersten Jahre des Übens sind für manche hart, weil schönes Violinspiel extreme Präzision verlangt. Wie hast Du das empfunden?
Ich glaube, ich fand alles, was mit der Geige möglich ist, so spannend, dass ich das gar nicht als „Arbeit“ empfunden habe!

Wie geht es Dir mit „Deiner“ neuen Geige von Joannes Battista Gabrielli, die du erst seit Ende August spielst?
Mit „meiner“ neuen Geige geht es mir wunderbar!! Ich nehme sie überall mit hin und fühle mich sehr wohl mit ihr. Sie klingt so schön in großen Sälen und auch in meinem Zimmer beim Üben.

Was ist Dein größter Traum als Geigerin?
Ich möchte mein ganzes Leben Musik machen können und dürfen. Mit der Geige auf Reisen gehen, ganz viele Länder besuchen, mit tollen und lieben Musiker:innen zusammenspielen.

Vielen Dank, liebe Frieda, das ist schön! Wir freuen uns, Dich weiter auf Deinem Weg zu unterstützen.

 

Foto © David Ausserhofer

Auch der Cellist Arne Zeller, der bereits seit sieben Jahren Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben ist, wurde auf einem Teil seines musikalischen Weges von einem Instrument des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft begleitet. Er erzählt von dieser wertvollen Zeit:

„Das römische Cello von Antonio Sgarbi stand mir seit Anfang 2024 zur Verfügung, worüber ich sehr dankbar bin. Es zeichnet sich durch einen sehr warmen und sonoren Klang aus und war von Anfang an ein sehr verlässlicher Partner. Insbesondere habe ich viel Kammermusik auf diesem Instrument gespielt, wo es sich immer sehr harmonisch einfügen konnte, so gab es gemeinsame Konzerte z. B. bei ‚Chambermusic Connects the World‘ in Kronberg und beim Verbier Festival! Nun darf ich dieses wunderbare Instrument an ein nächstes Cello-Talent weitergeben, das hoffentlich genauso viel Freude damit haben wird!“

 

Foto © Jax – Keonwoo Lee

Beim Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds im Februar 2024 hat sich Jimin Jang die wunderbare Viola erspielt, die uns der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft zur Verfügung stellt. Sie schwärmt:

„Die Bratsche von Paolo Antonio Testore aus Mailand um 1740 hat einen warmen, facettenreichen Klang. Obwohl sie so zart wirken kann, besitzt sie eine erstaunliche Intensität. Wenn ich auf ihr spiele, habe ich manchmal das Gefühl, dass wir uns gegenseitig verstehen. Dieses Gefühl macht mich glücklich und ist für mich etwas ganz Besonderes. Ich bin sehr dankbar, dieses außergewöhnliche Instrument spielen zu dürfen, und für das Vertrauen und die Unterstützung, die mir dadurch entgegengebracht werden.“

 

So kann ein besonderes und hochwertiges Instrument junge Menschen beflügeln und ihnen neue Impulse für ihre Karriere geben – und umgekehrt trägt auch jede Musikerpersönlichkeit ihrerseits etwas zum Charakter und zur bewegten Geschichte des Instrumentes bei. Viele unserer Violinen, Violen, Violoncelli und Kontrabässe aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds wurden für eine Weile von jungen Menschen gespielt, die heute zu den größten Stars der Klassik-Bühnen gehören – das macht einen Teil der Faszination dieser besonderen Instrumente aus.

Ganz in diesem Sinne freuen wir uns auf eine erfolgreiche weitere Zusammenarbeit mit dem Kulturkreis der deutschen Wirtschaft und bedanken uns an dieser Stelle sehr herzlich für die wunderbaren Leihgaben!

 

Titelfoto © Anna Tena

Wir verwenden Cookies, damit auf dieser Website alles rund läuft.

Wir verwenden Cookies, damit auf dieser Website alles rund läuft.

Ihre Cookie-Einstellungen wurden gespeichert.