Juroren der ersten
Stunde: Prof. Igor
Ozim und Prof. Jens
Ellermann
Einmal einen alten Italiener spielen...
Das gemeinsame Projekt mit dem Bund wurde 1993 zur Förderung hochbegabter Nachwuchsstreicher ins Leben gerufen. Gestartet mit einem Anfangs-bestand von 16 Instrumenten, vorrangig aus Bundesbesitz, zählt der Fonds mittlerweile über 160 wertvolle alte Geigen, Bratschen, Celli und Kontra-bässe, darunter klangvolle Namen wie Gagliano, Guarneri und Guadagnini. Erfreulicherweise sind in den letzten Jahren viele hervorragende Instrumente aus Privatbesitz dazugekommen, unter anderem zwei Violinen von Antonio Stradivari bzw. Guarneri del Gesù. Der Versicherungswert des Fonds liegt damit im zweistelligen Millionenbereich.

Wettbewerb des Deut-schen Musikinstrumen-tenfonds 2011

Im Februar vergab die Stif-tung 27 Geigen, Bratschen und Celli an junge Spitzen-musiker und verlängerte die Leihfristen für 20 Instrumente.
Erfolgreichster Teilnehmer ist der langjährige Stipendiat Gabriel Schwabe aus Berlin. Er erspielte sich eine Leihver-längerung für sein 1674 in Cremona gebautes Ruggeri-Cello.
Christine Rauh aus Mühltal erspielte sich unter den Neu-bewerbern die höchste Punkt-zahl und wird nun für zunächst ein Jahr das neueste Instru-ment im Fonds spielen – ein Cello von G.B. Rogeri. Bei den Geigern überzeugten Nadja Nevolovitsch (Lübeck), Alexandra Conunova (Hanno-ver) und Richard Polle (Karls-ruhe). Sie erhielten Instrumen-te der Meister Camillus Camil-li, Santo Seraphin und Nicolo Gagliano .
Auch einige sehr junge Teil-nehmer präsentierten sich mit herausragenden Leistungen: Jonas Palm (17) aus Affalter-bach erhielt ein 260 Jahre al-tes Testore-Cello und Felicitas Frey (18) aus Ebringen eine Geige von Nicolas Lupot. Die Berlinerin Aylin Amtmann (17) und die Hamburgerin Anite Stroh (15) bekamen Geigen von Enrico Ceruti und Lorenzo Ventapane.

Foto: Tobias Gloger



Anspiel der „Ost-
Instrumente“ 1997 in
der Berliner
Philharmonie


Die Instrumente werden in einem jährlichen Wettbewerb mit strengen Ausschreibungskriterien von einer durch den Beirat berufenen Fachjury an den Nachwuchs aus ganz Deutschland vergeben. Die Musiker erhalten die Instrumente zunächst für ein Jahr, können die Leihfrist aber theoretisch mit jedem neuen erfolgreichen Vorspiel bis zum 30. Lebensjahr verlängern bzw. sich ein noch besseres Instrument erspielen. Die Instrumentenvergabe findet traditionell im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe statt. Eine große Anzahl von Fachleuten, zum Beispiel die ehrenamtlich tätigen Juroren oder beratende Geigenbauer, die die Instrumente regelmäßig kontrollieren, trägt zum Gelingen dieses Projektes bei.