Bernsdorf, León
Klavier

León Bernsdorf (*1992 in Hamburg) erhielt mit fünf Jahren ersten Klavierunterricht. Bereits ein Jahr später wurde er durch die Hamburger Jugendmusikstiftung in die Hochbegabtenförderung auf-und von Carol Tainton als Schüler angenommen. Ab 2007 wurde er als außerordentlicher Student an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg von Prof. Volker Banfield ausgebildet, später Jungstudent der Andreas-Franke-Akademie. Mithilfe eines Gerd-Bucerius-Stipendiums der Deutschen Stiftung Musikleben studiert León Bernsdorf seit Herbst 2010 am College of Fine Arts der Boston University bei Prof. Boaz Sharon. Außerdem erweiterte er sein Studium durch Meisterkurse bei Prof. Karl-Heinz Kämmerling, Sean O’Connor, Ian Hobson, Ilana Vered und John Perry. Als zweites Instrument spielte er sieben Jahre Klarinette und war lange Zeit Schüler bei Prof. Guido Mueller (Musikhochschule Hamburg).

Mit sechs Jahren nahm León Bernsdorf erstmals erfolgreich am Wettbewerb Jugend musiziert teil. In den folgenden Jahren erzielte er regelmäßig Preise in verschiedenen Kategorien bei Jugend musiziert und anderen Wettbewerben, darunter 1. Preise beim Grotrian-Steinweg-Wettbewerb in Braunschweig 2003, beim Steinway-Wettbewerb 2006 und 2008, beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert 2005 und beim Bechstein-Wettbewerb in Hamburg 2007. Im Dezember 2007 wurde der junge Pianist für seine zahlreichen Erfolge durch Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig im Hamburger Rathaus geehrt; in diesem Rahmen wurde ihm der Sonderpreis der Sikorski-Musiverlage überreicht. Auch als Kammermusiker ist León Bernsdorf erfolgreich. 2007 erhielt er im Trio mit Pauline Renk (Violine) und Martin Leo Schmidt (Cello) einen 1. Bundespreis bei Jugend musiziert sowie den Klassikpreis der Stadt Münster. Nachträglich wurde dem Trio zusätzlich der Brahmspreis der Brahmsgesellschaft Hamburg zuerkannt, und es wurde in die Förderung der Initiative Jugend-Kammermusik aufgenommen. 2008 erspielte sich León Bernsdorf einen 1. Bundespreis bei Jugend musiziert in der Kategorie Klavier solo und wurde für seine hervorragende Leistung mit einem Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben ausgezeichnet. Im Jahr darauf wurde ihm im März anlässlich des V. Internationalen Musikwettbewerbs für die Jugend in Oldenburg der Steinway-Förderpreis zuerkannt. Im November 2010 erspielte er sich den 2. Preis beim Internationalen Liszt-Wettbewerb in Moskau. Überzeugen konnte er die Jury mit seiner Interpretation des 2. Klavierkonzerts von Sergei Rachmaninoff. Im Februar 2011 und 2013 erreichte er beim Konzertwettbewerb der Boston University jeweils als einziger Bachelorstudent aller musikalischer Fachrichtungen das Finale.

Sein Solisten-Debut gab León Bernsdorf im Februar 2008 mit dem Landesjugendorchester Hamburg in der Laieszhalle mit dem Klavierkonzert von Edvard Grieg. Ende 2008 wurde er durch den Deutschen Musikrat mit drei anderen Bundespreisträgern aus Hamburg nach Japan eingeladen. Die jungen Künstler gaben dort im Dezember in Kooperation mit dem Goethe-Institut zwölf Konzerte. Im September 2009 wurde León von der Juergen-Ponto-Stiftung eingeladen, anlässlich der Schwetzinger Festspiele das Klavierkonzert D-Dur von Joseph Haydn mit den Heidelberger Philharmonikern zu spielen. 2010 präsentierte die Deutsche Stiftung Musikleben León Bernsdorf bei einem Konzert im Steinway-Haus und bei einem weiteren Kooperationspartner, dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Im November 2009 und 2011 trat der junge Pianist solistisch mit der Hamburger Camerata, einem Kooperationspartner der Deutschen Stiftung Musikleben, im Großen Saal der Laieszhalle auf. 2012 gestaltete León zusammen mit anderen Stipendiaten das Kammermusikfest der Stiftung auf der MS Europa. Im Juni 2013 führte León mit dem Albert-Schweitzer-Jugendorchester das zweite Klavierkonzert von Johannes Brahms im Großen Saal der Laieszhalle auf. Das Konzert erhielt eine lobende Kritik im Hamburger Abendblatt.

Dank seines Wettbewerbserfolges in Moskau im November 2010 gab Leon Bernsdorf 2011 eine Reihe von Konzerten in ganz Europa, darunter Auftritte bei internationalen Musikfestivals in Bergamo und Verona in Italien. Außerdem trat er bei zahlreichen anderen Festivals auf, wie dem Sichuan Piano Festival in Chengdu, China in 2012 und dem Musikfest Perugia in Italien 2013.

Im April 2013 organisierte León eigenständig ein Gedenkkonzert für eine Mitstudentin, die bei dem Anschlag auf den Boston Marathon ums Leben gekommen war. Zahlreiche Studenten verschiedener Instrumente nahmen daran teil. Einige Tage später nahm er an einem Benefizkonzert teil, dass in Zusammenarbeit mit dem „One Fund Boston“ und der Boston University stattfand. Dort spielten Studenten sowie Professoren der School of Music insgesamt mehr als 10.000 $ für die Opfer des Anschlages ein.

Für das Studienjahr 2009/2010 wurde dem jungen Pianisten ein Carl-Heinz Ilies-Stipendium der Deutschen Stiftung Musikleben zwecks Teilnahme am International Festival Tanglewood (USA) im Juli/August 2010 zuerkannt, im Studienjahr 2012/2013 die Reisekosten für einen internationalen Wettbewerb in Spanien.

León Bernsdorf ist seit 2010 ebenfalls Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes.
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