Altstaedt, Nicolas
Violoncello


Foto: Marco Borggreve

Nicolas Altstaedt (*1982 in Heidelberg) erhielt mit sechs Jahren den ersten Cellounterricht. Von 1996 bis 2001 gehörte er als Jungstudent der Klasse von Prof. Marcio Carneiro an der MHS Detmold an und setzte nach dem Abitur seine Ausbildung bei Prof. Ivan Monighetti an der Musikakademie Basel fort. Nach Studien bei Boris Pergamenschikow und David Geringas setzte er sein Studium bei Prof. Eberhard Feltz an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ Berlin fort. Weitere wichtige Impulse erhielt er darüber hinaus von Mstislav Rostropovich, Heinrich Schiff, Tabea Zimmermann und Anner Bylsma.

Zu den wichtigesten Auszeichnungen, die Nicolas Altstaedt im Laufe der letzten Jahre erhielt, gehören der 1. Preis „Concours d’Interpretation Musicale internationale“ Lausanne 2003, der „Landgraf-von-Hessen-Preis“ der Kronberg Academy 2004, 2005 1. Preise beim Deutschen Musikwettbewerb und dem Domnick-Cello-Wettbewerb in Stuttgart und 2006 der 1. Preis beim Adam International Cello Competition in Neuseeland, verbunden mit einer CD-Einspielung beim Label Naxos und einer Tournee mit dem New Zealand Symphony Orchestra. 2007 gewann er einen 3. Preis beim International Paulo Cello Competition im finnischen Helsinki. 2009 erspielte er sich ein „Borletti Buitoni Trust Fellowship“. 2010 wurde er im Wiener Musikverein mit dem Credit Suisse Young Artist Award ausgezeichnet und trat als Preisträger im Oktober beim Lucerne Festival mit den Wiener Philharmonikern unter Gustavo Dudamel auf. Zudem wurde er im Herbst desselben Jahres in die Reihe der „BBC New Generation Artists“ aufgenommen. Hierdurch erhielt er die Möglichkeit, als Solist mit den verschiedenen BBC-Orchestern in der Wigmore Hall und bei ausgewählten Festivals aufzutreten.

Als Solist konzertierte er mit Orchestern wie dem Finnischen Radio-Symphonieorchester, der Tapiola Sinfonietta, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, der Kremerata Baltica, dem Basler Sinfonieorchester, den Bamberger Symphonikern, dem Klangforum „Junge Mitte Europa“, dem Brandenburgischen Staatsorchester, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem RSO Stuttgart, den Düsseldorfer Symphonikern und dem Simón Bolívar Orchester. Er arbeitete zusammen mit Sir Neville Marriner, Dennis Russell Davies, Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Daniel Hope, Alexander Lonquich, Kirill Gerstein, Henri Sigfridsson, Anna Gourari, Katia Skanavi, Jörg Widmann, dem Quatuor Ebène und Leif Ove Andsnes. Nicolas Altstaedt war bereits auf so bedeutenden Konzertpodien wie der Suntory Hall in Tokio, der Berliner und der Kölner Philharmonie, der Laeiszhalle Hamburg, dem Herkulessaal München, der New Yorker Carnegie Hall, der Tonhalle Zürich, dem Salzburger Mozarteum und dem Seoul Art Center sowie bei Festivals wie dem Beethovenfest Bonn, den Festivals in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und im Rheingau, dem Lockenhaus Festival, dem Cellofestival Kronberg, dem Klavier-Festival Ruhr, „les musiques“ in Basel, den Ludwigsburger Schlossfestspielen und den Salzburger Festspielen zu Gast. Für den Zeitraum 2009 bis 2012 wurde er als einer der wenigen europäischen Künstler in das Programm der Lincoln Center Chamber Music Society aufgenommen.

Nicolas Altstaedt widmet sich intensiv der zeitgenössischen Musik, arbeitete eng mit Sofia Gubaidulina, Wilhelm Killmayer und HK Gruber zusammen und brachte etliche ihm gewidmete Werke, unter anderem von Moritz Eggert und Frangis Ali-Sade, mit den Komponisten am Klavier, zur Uraufführung. 2005 spielte er in Mannheim die Uraufführung des Stückes „Ach Königin“ für Cello solo von Rolf Riehm und in Kronberg das „concerto di corde“ für 2 Celli von Vytautas Lauruschas mit David Geringas. 2006 brachte er das Violoncellokonzert von G.F. Haas mit dem Baseler Sinfonieorchester zur Uraufführung. Abseits des gängigen Konzertbetriebs kommt es immer wieder zu grenzüberschreitenden Projekten; so spielte er mit Musikern aus Palästina und der Mongolei an Orten wie der Wüste Gobi, in Ramallah und Bagdad.

Seit 2012 ist der Cellist künstlerischer Leiter des Kammermusikfestes Lockenhaus in der Nachfolge von Gidon Kremer. Zum 1. Oktober desselben Jahres wurde Nicolas Altstaedt Professor für Violoncello an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Seine bei Genuin und Claves eingespielten CDs mit Werken von Haydn, Schumann, Tschaikowsky unter anderem wurden von der Fachpresse hoch gelobt. 2010 erschien eine weitere CD mit sämtlichen Cellowerken von Gabriel Pierné, Vincent d’Indy und Nadia Boulanger und seine CD mit Einspielungen von Werken von Killmayer und Schumann wurde für den International Classic Award nominert.

Die Deutsche Stiftung Musikleben hat Nicolas Altstaedt im Jahr 2000 in die Förderung aufgenommen. Seitdem zeichnete sie ihn mit mehreren Sonderpreisen und Stipendien aus und präsentierte ihn bei zahlreichen Konzerten, so etwa auf Sylt, im Schloss Bellevue, und zweimal auf Konzertreisen an Bord von „MS Europa“. Dank eines Gerd Bucerius-Stipendiums der Deutschen Stiftung Musikleben in Kooperation mit der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius konnte er 2005 an der „Gobi Summer Academy“ des internationalen Musikfestivals „Roaring Hooves“ in Südgobi teilnehmen.

Als mehrfacher Preisträger des Wettbewerbs des Deutschen Musikinstrumentenfonds spielte Nicolas Altstaedt von 2002 bis 2013 ein Violoncello von Nicolas Lupot, Paris 1821, das die Deutsche Stiftung Musikleben dank einer großzügigen Spende der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ankaufen konnte.

  • www.nicolasaltstaedt.com
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