Polska i Niemcy – razem w sercu Europy
Poland and Germany – Together in the Heart of Europe
Polen und Deutschland – Gemeinsam im Herzen Europas
Tournee des Bundesjugendorchesters durch Polen und Deutschland im Sommer 2000





Bassisten auf dem Weg zur Probe in Kreisau

Die Deutsche Stiftung Musikleben veranstaltet zum zweitenmal eine Auslandstournee für das von ihr seit seiner Gründung 1969 geförderte Bundesjugendorchester. Träger des Orchesters und langjähriger Partner der Stiftung ist der Deutsche Musikrat. Die Reise, die die jungen Orchestermitglieder an wichtige kulturhistorische "Stätten der Erinnerung" beider Länder führt, steht unter dem Motto "Polen und Deutschland - gemeinsam im Herzen Europas". Für die Schirmherrschaft konnten der polnische Präsident Aleksander Kwasniewski und der deutsche Bundespräsident Dr. Johannes Rau gewonnen werden. Das anspruchsvolle Programm mit einer Uraufführung des Komponisten Peter Ruzicka ("Nachklang"), der zweiten Symphonie von Johannes Brahms und dem "Te Deum" des weltbekannten polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki studierte das Bundesjugendorchester gemeinsam mit der Europa-Chor-Akademie unter der Leitung von Maestro Gerd Albrecht an einem geschichtsträchtigen Ort, der Internationalen Begegnungsstätte Kreisau, ein. Die organisatorischen Vorbereitungen für das Orchester lagen bei seinem langjährigen Geschäftsführer Hans Timm, für den Chor bei Prof. Joshard Daus, auf polnischer Seite sorgte Elzbieta Penderecki für einen erfolgreichen Verlauf der Tournee.

In einer Zeit, in der Ost- und Westeuropa politisch und wirtschaftlich zusammenwachsen, ist die Begegnung der Menschen und eine sensible Aufarbeitung der gemeinsamen Vergangenheit von großer Bedeutung. Das Motto der Internationalen Begegnungsstätte Kreisau "Vergangenheit erinnern - Zukunft gestalten" ist Leitmotiv der Tournee. Die jungen Orchestermitglieder, allesamt noch Schüler, wurden neben der Probenarbeit mit Gerd Albrecht und den Komponisten Krzysztof Penderecki und Peter Ruzicka in Begegnungen und Ausflügen auch an die deutsch-polnische Geschichte herangeführt. Am ersten Wochenende kam Dr. Marion Gräfin Dönhoff nach Kreisau und sprach mit den jungen Musikern über die "Männer des 20. Juli". Gleich darauf traf das Orchester auf den Literaten und "Zeitzeugen" Prof. Dr. h.c. mult. Karl Dedecius, Gründer des Deutschen Polen-Instituts. Auf der Reise nach Krakau machte das Orchester Halt in der Gedenkstätte Auschwitz. Außenminister a. D. Hans-Dietrich Genscher besuchte das Konzert im Hof des Warschauer Schlosses. In Danzig gab der Stadtpräsident Pawel Adamowicz einen Empfang mit anschließendem Bankett für alle Musiker im Hotel Hevelius. Das Geburtshaus von Chopin in Zelazowa Wola stand ebenso auf dem Programm wie ein Badetag an der Frischen Nehrung. Insgesamt fand eine große Zahl von Begegnungen zwischen jungen und alten Polen und Deutschen statt, die diese Konzerttournee für alle jungen Musiker zu einem unvergesslichen Ereignis weit über das musikalische Erlebnis hinaus werden läßt.

Dieses große Vorhaben wurde nur möglich durch eine substantielle Spende des langjährigen Hauptförderers der Stiftung, der Bertelsmann AG, und eine Sonderzuwendung der ZEIT-Stiftung Gerd und Ebelin Bucerius für die Arbeitsphase in Kreisau. Die Kultur-Stiftung der Deutschen Bank engagierte sich besonders für das Konzert in Danzig. Das Auswärtige Amt gab einen beträchtlichen Reisekostenzuschuss und dazu organisatorische Hilfe durch seine Botschaft und Konsulate in Polen. Die Deutsche Stiftung Musikleben wünscht allen Mitwirkenden und Gästen einen herrlichen Sommer im Herzen Europas.

Irene Schulte-Hillen, im August 2000

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