Polska i Niemcy – razem w sercu Europy
Poland and Germany – Together in the Heart of Europe
Polen und Deutschland – Gemeinsam im Herzen Europas

Konzerttournee des Bundesjugendorchesters durch Polen und Deutschland 2000
Programm


Peter Ruzicka (* 1948)
Nachklang. Spiegel für Orchester (2000) Uraufführung des Auftragswerkes vom Bundesjugendorchester

Johannes Brahms (1833 - 1897)
Symphonie Nr. 2 op. 73 D-Dur

Krzysztof Penderecki (* 1933)
Te Deum (1979/198o) für Soli, Chor und Orchester


Dirigent
Gerd Albrecht


Ausführende
EuropaChorAkademie
Choreinstudierung: Joshard Daus

Solisten
Teilnehmer des Opernstudios Hamburg
Danielle Halbwachs, Sopran, Katja Pieweck, Mezzosopran, Martin Homrich, Tenor, Andreas Hörl, Bass


Probenphase
vom 30. Juli bis 12. August in der Internationalen Begegnungsstätte Kreisau
"Begegnungswochenende" 5. und 6. August mit Dr. Marion Gräfin Dönhoff und Prof. Dr. h. c. mult. Karl Dedecius



Konzerte in Polen

11. August, 19.00 Uhr
Konzert in Wroclaw/Breslau, St. Maria Magdalena -Kirche
(anlässlich des 1ooojährigen Stadtjubiläums)
Empfang im Generalkonsulat

13. August
Führung durch die Gedenkstätte Oswiecim/Auschwitz

13. August, 19.30 Uhr
Konzert in Krakow/Krakau, Philharmonie (im Rahmen des Festivals "Krakow 2000, Europäische Kulturhauptstadt")
Empfang auf Einladung von Bertelsmann im Hotel "Pod Roza"

14. August, 19.30 Uhr
Konzert in Warszawa/Warschau, Schloss Warschau
Empfang auf Einladung von Bertelsmann /Gruner + Jahr im Schlosshof

15. August
Besichtigung des Chopin -Hauses in Zelazowa Wola

16. August
Orgelkonzert in Gdansk -Oliwa, Ausflug nach Zopot

16. August, 19.30 Uhr
Konzert in Gdansk/Danzig, St. Brigittenkirche
Empfang im Hotel Hevelius auf Einladung des Stadtpräsidenten

18. August, 19.30 Uhr
Konzert in Poznan/Posen, Großes Theater



Konzerte in Deutschland

19. August, 20.00 Uhr
Konzert in Berlin, Konzerthaus am Gendarmenmarkt (im Rahmen der Berliner Festspiele "Young Euro Classic")

22. August, 19.30 Uhr
Konzert in Hannover, Konzerthaus EXPO 2000 Empfang im Planet m der Bertelsmann AG

24. August, 20.00 Uhr
Konzert in Frankfurt/Main, Alte Oper


"NACHKLANG" - Spiegel für Orchester von Peter Ruzicka (1999)
Auftragswerk für das Bundesjugendorchester, uraufgeführt am 11. August 2000 in Breslau

Zitat des Komponisten zu seinem Werk
"Das Orchesterstück NACHKLANG schrieb ich im Herbst 1999 im unmittelbaren Anschluss an die Beendigung meiner Oper über einen der singulären Poeten des 20. Jahrhunderts: Paul Celan. Die Komposition nimmt Bezug auf orchestrale Passagen der Oper, verwandelt sie und gewinnt einen neuen dramaturgischen Zusammenhang der Rückschau, des Rückhörens. Musikalische Gestalten und Klangflächen werden gespiegelt, disparate Entwicklungen "zusammengeschaut". Ich machte während der Komposition die Erfahrung eines Nachklingens, das wie ein beständiger "Klangschatten" sich ausnahm."


Die zweite Symphonie von Johannes Brahms

Die 2. Symphonie D-Dur op. 73 schrieb Johannes Brahms 1877 in Pörtschach am Wörthersee. Im selben Jahr noch erlebte sie eine umjubelte Uraufführung in Wien. Sein "neues liebliches Ungeheuer" zeigt in der Grundhaltung gelöste Heiterkeit und ist "glänzendes Zeugnis für Brahms Naturverbundenheit". Gelegentlich wies Brahms ihr auch einen "melancholischen Charakter" zu.
Der 1. Satz ist von einem "heimlichen Hauptmotiv" im Bass durchdrungen, das immer wieder in metrischer und rhythmischer Veränderung auftaucht. In der thematischen Fülle zitiert Brahms als Seitenthema sein Lied "Guten Abend - gute Nacht". Der kurze 2. Satz "grüblerischen Charakters" verdeutlicht die "Janusköpfigkeit" von Brahms: dichte thematische Arbeit, enge motivische Verknüpfung auf der einen Seite, Vorgriffe auf die Krise der Tonalität auf der anderen. Auch der 3. Satz, ein bukolischer Tanzsatz, der durch ein "melancholisches Coda-Motiv" unterbrochen wird, ist nicht nur reinste Idylle. Der temperamentvolle 4. Satz ist motivisch dicht gesetzt. Alles scheint mit allem verwandt.


Das «Te Deum« von Krzysztof Penderecki

Zitat des Komponisten zu seinen Werken
"In Fragen der Musik bin ich gegen jede Orthodoxie. Ich bin weder Feind der Tradition noch ein kritikloser Enthusiast der Avantgarde. Überhaupt liebe ich das Theoretisieren nicht. Der Schaffensakt lässt sich nicht auf einfache Formeln zurückführen. Nach meiner Meinung ist genug experimentiert worden. Ich fühle, dass es Zeit für einen prägnanten, das 20. Jahrhundert kennzeichnenden Stil ist, wie ihn schließlich alle Epochen gehabt haben."
Am 16. Oktober 1978, dem Tag, an dem Karol Wojtyla zum Papst gewählt wurde, entschloss sich Krzysztof Penderecki, ein Te Deum zu komponieren und ihm zu widmen. Er schrieb es für vier Solisten, zwei Chöre und Orchester. Seit Jahrhunderten ist das Te Deum der römischen Kirche ein Lob-, Dank- und Bittgesang. Penderecki verwendet nur einen Teil des Hymnus, der die Lobpreisung Gottes in der heiligen Dreieinigkeit, die Danksagung an Jesus Christus und die hoffnungsvolle Bitte um Gottes Gnade und Segen für die Menschen umfasst.
In den lateinischen Text des Ambrosianischen Lobgesangs fügt Penderecki eine alte Freiheitshymne ein und nimmt so Bezug auf den Widmungsträger, aber auch auf die Situation in der gemeinsamen polnischen Heimat: "Gott segne unser Vaterland" wird in Polen seit dem Novemberaufstand bis heute gesungen. Das Zitat baut Penderecki an die Stelle des Te Deums bei den Worten "Salvum fac populum tuum, Domine" (Rette dein Volk, o Herr). Er spricht die versammelte Gemeinde an, die die Zuversicht nicht aufgegeben hat. Das Te Deum gehört in die Reihe von geistlichen Werken, in denen Penderecki eine persönliche Sicht auf die Epoche der Romantik (Verdi, Berlioz, Bruckner) findet. Es ist gleichzeitig tief im polnischen Katholizismus verwurzelt und sucht in erster Linie Integration, Gemeinbildung mit dem Hörer.
Penderecki dirigierte die Uraufführung 1980 in der Basilika des Heiligen Franziskus in Assisi.

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