„Polen und Deutschland - Gemeinsam im Herzen Europas“ 2000
„Der tiefere Grund meiner Dankbarkeit liegt darin, dass diese jungen Leute mit ihrer Freude an der Musik uns allen dabei helfen, dass unser Land ein freundliches Gesicht trägt. Sie sind Botschafter eines Deutschlands, wie wir es alle gerne hätten.“
(Aus der Begrüßungsansprache von Joachim Gauck, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR a.D., zum Berliner Konzert am 19. August 2000)




Marion Gräfin Dönhoff mit jungen Musikern des BJOs in Kreisau
Hintergründe
Im Sommer 2000 ging die Stiftung mit dem Bundesjugendorchester erneut auf Tournee, diesmal durch die Nachbarländer Polen und Deutschland. Schirmherren der Tournee waren der Polnische Staatspräsident Aleksander Kwasniewski und der Deutsche Bundespräsident Johannes Rau. Die dreiwöchige vorangehende Probenphase auf dem altschlesischen Schloss Kreisau (Krzyzowa), im Dritten Reich Kern der Widerstandsgruppe „Kreisauer Kreis“ um Helmut James Graf Moltke, stand ganz im Zeichen der Begegnung. Höhepunkt war ein Wochenende mit den Zeitzeugen Marion Gräfin Dönhoff (damalige Herausgeberin der Wochenzeitung Die ZEIT) und dem Literaten und Übersetzer Karl Dedecius (Mitbegründer des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt), die den jungen Musikern ihre wechselvollen Lebensgeschichten näherbrachten, beide geprägt durch den Widerstand gegen die Nazi-Diktatur.

Die Tournee unter der künstlerischen Leitung von Gerd Albrecht führte das BJO auf den Spuren der gemeinsamen Geschichte durch Breslau (Millenium 2000), die Jagiellonen-Hochburg Krakau (Kulturhauptstadt 2000), die Hauptstadt Warschau (Open-Air-Konzert im Hof des Königsschlosses), die alte Hansestadt Danzig und Posen nach Berlin, auf die EXPO 2000 nach Hannover und abschließend nach Frankfurt/Main. Ein anspruchsvolles Programm war zu bewältigen: In Breslau brachte das BJO die Auftragskomposition „Nachklang - Spiegel für Orchester“ von Prof. Dr. Peter Ruzicka (Leiter der Salzburger Festspiele und Kurator der Stiftung) zur Welturaufführung. Die Herzen der polnischen Zuhörer gewannen die Musiker mit dem 1978 anlässlich der Papstwahl entstandenen „Te Deum“ von Krzysztof Penderecki, polnischer Komponist von Weltrang, das sie gemeinsam mit der EuropaChorAkademie unter der Leitung von Prof. Joshard Daus und vier jungen Sängern aufführten.

Hauptförderer der Tournee war der Mäzen der Stiftung, das Haus Bertelsmann. Die ZEIT-Stiftung beteiligte sich speziell am Kreisau-Programm. Weitere Förderer des Großprojektes waren die Kulturstiftung der Deutschen Bank und das Auswärtige Amt.



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