Polen und Deutschland ­ Gemeinsam im Herzen Europas

Eindrücke unserer Gäste und Kuratoren

"Was für ein Erlebnis: In Kreisau ­ dem Ort, der den Aufstand des Gewissens symbolisiert ­ einem Konzert beizuwohnen, das gemeinsam von Jugendlichen aus Polen und Deutschland veranstaltet wurde. Wie glücklich wären die Freunde vom 20. Juli gewesen ­ wenn sie hätten erleben können, wie selbstverständlich die folgenden Generationen freundschaftlich miteinander umgehen. Musik und Dichtung sind eben die wahre Grundlage menschlicher Beziehungen."
Dr. Marion Gräfin Dönhoff

"Mich hat das Gespräch mit den jungen Musikern, der Austausch von Erfahrungen mit zweierlei Künsten ­ der Instrumentalmusik und der Wortmusik (Lyrik) ­ ungewöhnlich angeregt, beflügelt, ja geradezu (ein wenig) verjüngt. Wir zogen uns gegenseitig an, das spürte ich, und wir ergänzten, wir bereicherten uns gegenseitig. Der Musik und der Lyrik ist gleichermaßen eine spezifische durchgeistigte Sinnlichkeit eigen. Und plötzlich befinden sich Jugend und Alter, Begeisterung und Erfahrung, auf einer Ebene der Übereinstimmung."
Prof. Dr. h. c. mult. Karl Dedecius

"Kreisau verwandelte sich in diesen Tagen in einen magischen Ort, der den Begegnungen eine seltene Intensität verlieh: deutsche Vergangenheit und polnische Gegenwart, legendäre Zeitzeugen und junge Menschen am Anfang ihres Lebensweges, äußerste Sensibilität in der Zucht des Ensembles und ungebremste Lebenslust bis in die Nacht, die melancholische Stille der schlesischen Landschaft und die Ekstase der Musik, die ein großer Dirigent hier entfaltete, und nicht zuletzt die nächtlichen Gespräche am Lagerfeuer ­ es war schön, dabei gewesen zu sein."
Heinrich Jaenecke

"Ja, wir spürten das Herz Europas. In Kreisau, vor allem aber in Warschau und Danzig, verschmolzen Geschichte und Gegenwart. Hoffentlich haben wir für eine bessere Zukunft musiziert."
Prof. Gerd Albrecht

"Die Ställe und Scheunen in Kreisau prall gefüllt in klassische und moderne Musik getaucht, für einige Tage mitzuerleben, war für mich als musikausübende, gebürtige Kreisauerin wie ein Traum. Unter dem blauen Sommerhimmel und in den neuen Zwecken zugeführten Gebäuden war dort ­ von jungen Menschen zum Leben erweckt ­ die schönste Sprache der Welt ­ die Musik ­ zu Gast. Das Motto der Tournee: Polen und Deutsche im Herzen Europas, sollte sich vielfach wiederholen. Auf dem enormen Einsatz der Veranstalter liegt großer Segen."
Lenore Ignes Ponto

"Eine wnderbare Zusammenarbeit, die Einstudierung und Aufführungsserie meines neuen Orchesterstücks NACHKLANG mit dem Bundesjugendorchester unter Leitung von Gerd Albrecht anlässlich der Polen­ Deutschlandtournee im Sommer 2000: Was kann einem Komponisten Besseres widerfahren als die Gewissenhaftigkeit und Präzision junger Musiker, die die Realisierung eines technisch schwierigen neuen Werkes zu ihrer Sache machen, die im ständigen Dialog auch die feinsten Verästelungen der Partitur aufspüren und umsetzen möchten. Und die dann im Moment der Aufführung die vielen Proben vergessen dürfen und das neue Stück ganz selbstverständlich und souverän spielen, ebenso klangschön, virtuos und verantwortungsvoll wie die Brahms­Symphonie. Nicht wenig habe ich bei dieser Zusammenarbeit selbst gelernt, vieles "klingt nach", und deshalb gilt meine große Sympathie und Dankbarkeit den Musikern des Bundesjugendorchesters für ihr wunderbares Engagement."
Prof. Dr. Peter Ruzicka

Polen und Deutschland ­ Gemeinsam im Herzen Europas
Pressestimmen

(...) "Wo zarte Klänge wie Spinnweben durch das Schweigen ziehen, hat das Stück (Nachklang) kompositorisch seine grossen Momente, die sich durch das Bundesjugendorchester auf faszinierende Weise mit Leben erfüllten."
Berliner Zeitung, 21. August 2000

"David Krickstein ist aus Brooklyn in Krakau zu Besuch. Spurensuche. Seine Mutter stammt aus dem jüdischen Stadtteil Kazimierz. Ins Konzert des Bundesjugendorchesters ist er per Zufall geraten, jetzt steht er in der Lobby und wundert sich: "Es ist wunderbar zu sehen, dass aus Deutschland so etwas Schönes kommt."
Die Welt, 18. August 2000

"Die Celli wackeln noch, sagt Dirigent Gerd Albrecht freundlich und hebt den Stock. Beim nächsten Versuch wackeln sie nicht mehr. Den Musikern des Bundesjugendorchesters muss man selten etwas zweimal sagen."
Berliner Zeitung, 21. August 2000

"... bei dem dem polnischen Papst gewidmeten Te Deum Pendereckis (...) spürte man, wie eng doch dieses emotional­plastische Werk mit dem Bewusstsein und den Empfindungsebenen der polnischen Nation verknüpft ist. Hier ist diese emphatisch illustrierende, gewiss auch wirkungssicher plakativ nach göttlichem Erbarmen ringende Musik daheim. Und die erneute Heimführung durch das BJO und die Europa­Chorakademie geriet faszinierend direkt und emphatisch. Die Musiker hatten sich spürbar in dieses Werk verliebt."
Neue Musikzeitung, September 2000

"Dass aber mit der zweiten Symphonie von Brahms, die inmitten dieser ambitionierten Programmfolge ein wenig wie ein Pflichtstück zu erscheinen drohte, solch eine restlos begeisternde Aufführung gelingen konnte, war kaum voraussehbar. Das Verständnis der einzelnen Musiker für die komplexe Partitur, das aus dieser zu Recht umjubelten Aufführung sprach, kennzeichnete auch die deutsche Erstaufführung von Peter Ruzickas Nachklang ­ Spiegel für Orchester."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. August 2000

"Violinistin Saskia spricht für viele ihrer Musikerkollegen, als sie sagt: "Das, was ich hier erfahren habe, an diesem besonderen Ort (Kreisau), hat mich unglaublich berührt. Es ist toll, Geschichte so hautnah zu erleben. Dafür bin ich dankbar. Gerade in einer Zeit, in der die Neonazi­Szene wieder Schande über unser Land bringt."
STERN, 17. August 2000

"Absolute Disziplin, technische Perfektion, höchste Konzentration und immer wieder durchdringende Spielfreude bildeten das feste Fundament für ein atemberaubendes Konzerterlebnis."
Main­Echo, 26. August 2000

"Doch für die Jugendlichen war diese Tournee nicht nur musikalisch spannend. Es war auch eine Reise in die schwierige deutsch­polnische Geschichte. 'In Warschau zu spielen, auf einem Platz, der von den Deutschen einst in Schutt und Asche gelegt wurde, das dann dich nicht kalt lassen', sagt Cellist Julian Arp."
Berliner Zeitung, 21. August 2000

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