Zitate von Preisträgern zu ihren Instrumenten auf Zeit
Won-Ho Kim / Violine von Nicolaus Gagliano, Neapel, 1769:
Ich habe den Eindruck, dass die Geige und ich uns noch „näher“ gekommen sind und wir uns gemeinsam weiterentwickelt haben. Der etwas „glasige“ Klang der Geige zu Beginn hat sich zu einem sehr reifen, wohlig „rauchigem“ klang im tiefen Register sowie zu einem singenden, nie schrillen Ton in den hohen Lagen entwickelt. Angeregt durch meine Lehre-rin Prof. Antje Weithaas, suche ich momentan viel nach Charakteren, stilistischen Beson-derheiten sowie letztendlich der Aussage eines musikalischen Werkes. Somit haben sich differenzierte Klangvorstellungen ergeben und ich habe gemerkt, dass die Gagliano-Geige wundervolle klangliche Antworten gibt, wenn ich nur die richtigen Fragen stelle.
Berlin, Januar 2015
Louise Wehr / Violine von Matteo Goffriller, Venedig, 1723:
Die Erfahrung war für mich völlig neuartig und überwältigend, da das Instrument einen Klangcharakter besitzt, den ich bislang noch nicht kannte, aber auch Spieleigenschaften erfordert, die ich neu erlernen musste. Die Violine klingt sehr viel obertonreicher und kan-tabler, hat darüber hinaus einen deutlich tragfähigeren Ton als alle modernen Instrumente, die ich bislang kannte.
München, im Januar 2015
Uladzimir Sinkevich / Violoncello von Giovanni Baptista Grancino, Mailand, um 1700:
Seit 2009 spiele ich das Violoncello von J.B. Grancino. Gleich am Anfang war ich nach kurzer Gewöhnungsphase von den Qualitäten dieses Instrumentes sehr begeistert, und nach dieser relativ langen Beziehung darf ich berichten, dass mit der Zeit die Freude am Spielen immer noch wächst – Ich liebe dieses Cello!
Berlin, Januar 2015
Dorothea Stepp / Violine von Carlo Tononi, Venedig 1727:
Die Spannung, das Instrument endlich nach der langen Zugfahrt ausprobieren zu können, war riesig (leider war der Zug zu voll!). Zunächst erschrak ich, da ich noch nie so eine Klangfarbe am Ohr hatte. Doch nach einer Woche fuhr ich bereits verliebt in diese Geige zum Unterricht nach Hannover. Frau Prof. Kertschers erste Reaktion war: „„Von so einer Geige kann man nur träumen! Darf ich sie mal anrühren?““ So beschenkt fühle ich mich von Konzert zu Konzert, von Üben zu Üben. Es ist herrlich sie spielen zu dürfen und, wie mir zu Ohren kommt, ist es auch herrlich sie anzuhören.
Stuttgart, im Januar 2013
Rebekka Markowski / Violoncello von Domenicus Montagnana, Venedig 17..:
Durch das Alter und die reichhaltige Geschichte des Cellos fühlt sich das Spielen auf ihm wie ein Austausch an. Es hat seine ganz eigene Persönlichkeit und seine Meinung, und wenn man es etwas fragt, dann antwortet es. In jeder musikalischen Lebenslage war es der wunderbarste, beglückenste und inspirierenste Begleiter, den ich mir überhaupt vorstellen kann. Manchmal hat man der Eindruck, es fängt selbst an zu spielen, und bringt vergangene Klänge, Tonverbindungen und Artikulationen zum Vorschein.
Dahlewitz, im Januar 2013
Miriam Hofmann / Viola von Haiko Seifert, Plauen 2010:
Ich fühlte mich auf der Bratsche von Haiko Seifert sofort wohl. Das zahlreiche und direkte Feedback über den schönen warmen Ton und die Klangfülle der Seifert freute mich sehr. Und in allen Prüfungen, Konzerten und jeden Tag beim Üben bin ich wieder froh, dieses Instrument spielen zu dürfen. Es erlaubt mir in eine Richtung nach Klang zu suchen, die mich glücklich macht.
Hannover, im Februar 2013
Verena Chen / Violine von Nicolaus Gagliano, Neapel, 18. Jhdt.:
„Ich spiele das Instrument nun schon seit 2008 und im Laufe der Zeit habe ich mich immer mehr in das Instrument verliebt. Gerade jetzt merke ich, dass der Klang sich deutlich verändert hat und mehr Tiefe, Klangvolumen und Brillianz vorhanden ist. Es macht mir sehr viel Spaß mit der Klangfarbe zu arbeiten, besonders nachdem ich die Steigerung gemerkt habe und ich bin mir sicher, dass mein Instrument mir in meiner musikalischen Laufbahn noch sehr helfen kann.“
Hamburg, im Januar 2012
Hellen Weiß / Violine von Giovanni F. Pressenda, Turin 1823:
Schon vor dem Wettbewerb hatte ich einige Male eine G.F. Pressenda-Violine im Konzert gehört und mich sofort in ihren Klang verliebt. Obwohl nun schon einige gemeinsame Monate vergangen sind habe ich das Gefühl, dass die Geige noch viele Geheimnisse hat. Es macht mich sehr neugierig, ihr weitere neue Klangfarben zu entlocken und sie herauszufordern. Jeden Tag freue ich mich erneut, den Geigenkasten aufzumachen und diese äußerlich und klanglich sehr schöne Geige in die Hand zu nehmen und auf ihr zu spielen. Mit der Leihgabe dieser G.F. Pressenda-Violine hat die Deutsche Stiftung Musikleben mir einen großen Traum erfüllt!
Berlin, im Januar 2012
Peter-Philipp Staemmler / Violoncello von Jean Baptiste Vuillaume, Paris:
„Nun spiele ich seit fast drei Jahren das kostbare Cello von Jean Baptiste Vuillaume. In dieser Zeit hat sich in meiner künstlerischen Entwicklung viel getan und diesen Umstand habe ich in wesentlichen Teilen auch diesem wunderbaren Instrument zu verdanken. Nicht nur Wettbewerbserfolge [...…] dokumentieren dies, sondern insbesondere auch Reaktionen aus Publikum und Presse nach vielen Konzerten, die den vollen und warmen Klang zum Teil überschwänglich loben.“
Berlin, im Januar 2011
Hyeyoon Park / Violine von Lorenzo Storioni, Cremona 1781:
„In den letzten zwei Jahren haben meine schöne Storioni Geige und ich Vieles erfahren und erlebt. Es fühlt sich so an, als ob die Geige mit mir geistig sowie auch körperlich gewachsen ist und dass diese Geige ein Teil meines Körpers geworden ist. Mit dieser Geige habe ich den ARD Wettbewerb 2009 gewonnen, was der Wendepunkt meiner Karriere bisher geworden ist.“
Berlin, im Februar 2011
Janina Ruh / Violoncello von Giuseppe Guarnerius filius Andreae, Cremona 1713:
„Ich bin diesem Instrument mit riesiger Freude und großer Ehrfurcht begegnet. Anfangs gleicht ein „neues“ Instrument einem wilden Tier, das es zu zähmen gilt und ich brauchte einige Zeit um mich mit ihm vertraut zu machen. Aber inzwischen, wenn wir beide einen guten Tag haben, entstehen ganz wunderbare Klänge und Farben. Ein guter Auftakt unserer Partnerschaft war die Teilnahme am deutschen Musikwettbewerb bei dem wir den ersten gemeinsamen Erfolg in Form eines Stipendiums feiern konnten.“
Berlin, im Februar 2011
Ji-Hae Park / Violine von Petrus Guarnerius, Venedig 1730:
„Besonders im Ausland wird die großzügige Unterstützung von Deutschland mit Bewunderung angesehen. Die Geige entspricht absolut meiner Wunschgeige, die ich mir schon seit meiner Kindheit gewünscht hatte. Nicht nur der Klang, sondern auch die Form, die Farbe und die Größe der Geige! Daher kann ich nur so verstehen, dass Gott meine Gebete erhört hatte! Denn die Geige ist mir wie für mich angemessen von allen Aspekten. Was für ein Segen!“
Nieder-Olm, im Januar 2011
Nicolas Altstaedt / Violoncello von Nicolas Lupot, Paris 1821:
„Es hat mir vom ersten Moment an sehr gefallen. Im Laufe der Zeit hat es sich vor allem immer wieder als unglaublich zuverlässig erwiesen, ob im feuchten Beiruth, wo sich der Bogen vor lauter Feuchtigkeit nicht mehr spannen ließ, im trockenen Bagdad nach einer 14-stündigen Fahrt durch die Wüste, oder im kalten Zermatt auf 2.500 Metern Höhe. Keine Temperatur oder Luftfeuchte gab dem Instrument einen Anlass, sich trotzig zu zeigen, besonders dumpf zu klingen, eine Verstimmung zu zeigen.“
Berlin, im Januar 2007
Tanja Becker-Bender / Violine von Giuseppe Guarneri del Gesù, Cremona 1728:
Vom ersten Tag an, dem 3. März 2002, hat mich der warme, dunkle und sehr persönliche Klang dieser Geige fasziniert.“ Das Suchen ist ein Teil meiner eigenen Entwicklung geworden, Persönlichkeit von Spielerin und Instrument sind miteinander verwoben.“
„Es ist immer wieder aufs Neue eine beglückende Erfahrung, in verschiedenen Sälen, in verschiedenen Konstellationen, sei es allein, mit Kammermusikpartnern oder mit Orchestern, den Moment durch den Klang eines solch wundervollen Instruments erfühlen und erfüllen zu dürfen.“ Nebenbei empfinde ich es als besonders schönes Symbol, ein Instrument aus der Zeit Bachs spielen zu dürfen.“
Berlin, im Januar 2005
Laura Möhr / Viola von Paolo Antonio Testore, Mailand um 1740:
„Ich liebe diese Bratsche wegen ihres wunderschön samtigen, ausgewogenen und obertonreichen Klangs. Ich lerne immens viel von diesem so erfahrenen Instrument, und es bietet mir mit seiner Fülle an Klangfarben vielfältige Möglichkeiten der Schattierung. In der Originalstimmung Bachs 5. Solosuite zu erarbeiten, ist für mich eine besondere, wertvolle Erfahrung, da die A-Saite ganz neue Klangfarben zeigt: die Ober- und Kombinationstöne treten hier stärker in den Vordergrund.“
Leipzig, im Januar 2005


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