Die Idee der Zusammenarbeit
„Die Idee der Zusammenarbeit des Bundes mit einer privaten Stiftung hat sich bei diesem Projekt als geradezu modellhaft erwiesen. Beide Seiten haben mit Instrumenten aus ihrem Eigentum und aus Ankäufen einen Grundstock gebildet, der wiederum Menschen anregt, auch ihrerseits wertvolle Geigen, Bratschen und Celli aus privater Hand einer guten Sache treuhänderisch zur Verfügung zu stellen. So hat sich schon eine ganze Reihe wahrer Mäzene gefunden, die sich beispielhaft für die Förderung hochbegabter junger Menschen einsetzt.“
(Dr. Michael Naumann, Beauftragter der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien von 1998 bis 2001)




Unterzeichnung des Gründungsabkommens mit Bundesinnenminister Rudolf Seiters 1993 in Bonn
Hintergründe
Im Juli 1993 gründeten das Bundesministerium des Innern und die Deutsche Stiftung Musikleben den Deutschen Musikinstrumentenfonds mit dem Ziel, hochbegabte junge Nachwuchsstreicher mit Instrumenten auszustatten, die ihrem Können angemessen sind. Heute untersteht das Projekt direkt der amtierenden Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und ihrer Behörde, dem BKM.

Herausragende Nachwuchsstreicher erreichen in ihrer Ausbildung einen Punkt, an dem sie sich auf Durchschnittsinstrumenten technisch und künstlerisch nicht mehr weiterentwickeln können und die Herausforderung eines Spitzeninstrumentes suchen. Ein solches Instrument stellt eine große Hilfe dar bei dem Prozess, einen eigenen musikalischen Ausdruck zu formen und auf internationalen Wettbewerben konkurrenzfähig zu bleiben.

Den Anfangsbestand des Fonds bildeten 1993 sechzehn historische Instrumente, überwiegend aus dem Besitz des Bundes. Aus diesen Anfängen heraus bauten Bund und Stiftung den Deutschen Musikinstrumentenfonds kontinuierlich auf die aktuelle Zahl von rund 190 Geigen, Bratschen, Celli und Bässen aus. Dabei gelang es der Stiftung in den letzten Jahren zunehmend, wertvolle Instrumente aus Privatbesitz als treuhänderische Eingaben für den Fonds zu gewinnen. Der Sammlungsschwerpunkt liegt auf alten Instrumenten, vor allem der italienischen Geigenbauschule des 17. und 18. sowie der französischen Schule des 19. Jahrhunderts. Nach wie vor üben diese „alten“ Instrumente mit ihrem unbeschreiblichen warmen Klang den größten Reiz auf junge Musiker aus. Fast jeder möchte „einmal einen alten Italiener spielen“. Der Fonds bietet hier Unterstützung, da für die meisten jungen Musiker Meisterinstrumente von Stradivari, Guarneri, Gagliano, Guadagnini & Co. unerschwinglich sind.

Als größte deutsche Streichinstrumentensammlung für den hochbegabten Nachwuchs und als nationales Förderprojekt, an dessen Erfolg kontinuierlich viele ehrenamtlich tätige Fachleute und Privatpersonen teilhaben, ist der Fonds inzwischen fester Bestandteil der musikalischen Landschaft Deutschlands geworden.



Weitere Links:
  • Beirat des Deutschen Musikinstrumentenfonds