Juroren der ersten
Stunde: Prof. Igor
Ozim und Prof. Jens
Ellermann
Einmal einen alten Italiener spielen...
Das gemeinsame Projekt mit dem Bund wurde 1993 zur Förderung hochbegabter Nachwuchsstreicher ins Leben gerufen. Gestartet mit einem Anfangs-bestand von 16 Instrumenten, vorrangig aus Bundesbesitz, zählt der Fonds mittlerweile über 190 wertvolle alte Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässe, darunter klangvolle Namen wie Gagliano, Guarneri und Guadagnini. Erfreulicherweise sind in den letzten Jahren viele hervorragende Instrumente aus Privatbesitz dazugekommen, unter anderem zwei Violinen von Antonio Stradivari bzw. Guarneri del Gesù. Der Versicherungswert des Fonds liegt damit im zweistelligen Millionenbereich.

24. Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds 2016

Historische Instrumente verschwinden häufig als Anlage in Tresoren. Die Deutsche Stiftung Musikleben vergibt sie dagegen in die Hände junger Spitzenmusiker. Beim 24. Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds (26.-28.2.2016) wurden 49 klangvolle Geigen, Bratschen und Violoncelli vergeben.

Den Überraschungserfolg und die höchste Bewertung des Wettbewerbs landete die zweit-jüngste Teilnehmerin: Maria Dueñas Fernández (Dresden) ist erst 13 Jahre alt. Ihr wurde von der Jury eine Meistervioline von Nicolo Gagliano aus Bundesbesitz zugesprochen. Sein Glück kaum fassen konnte Alexej Semenenko (Köln), der sich eine Violine von Antonio Stradivari, Cremona 1680, erspielte, eine treuhänderische Eingabe aus Dinslakener Familienbesitz. Auch Leonard Disselhorst (Berlin) überzeugte. Er konnte seine Leihfrist für ein Violoncello von Joseph Gagliano, Neapel 1720, eine treuhänderische Eingabe in den Fonds aus Hamburger Familienbesitz, um zwei weitere Jahre verlängern. Das Auftragswerk für den Fonds 2016, ein Violoncello von Haiko Seifert aus dem vogtländischen Plauen, wurde vom Geigenbaumeister persönlich an Christoph Croisé (Niederlenz) überreicht.

  • Ergebnisse der Neubewerber
  • Ergebnisse der Leihverlängerer



  • Anspiel der „Ost-
    Instrumente“ 1997 in
    der Berliner
    Philharmonie


    Die Instrumente werden in einem jährlichen Wettbewerb mit strengen Ausschreibungskriterien von einer durch den Beirat berufenen Fachjury an den Nachwuchs aus ganz Deutschland vergeben. Die Musiker erhalten die Instrumente zunächst für ein Jahr, können die Leihfrist aber theoretisch mit jedem neuen erfolgreichen Vorspiel bis zum 30. Lebensjahr verlängern bzw. sich ein noch besseres Instrument erspielen. Die Instrumentenvergabe findet traditionell im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe statt. Eine große Anzahl von Fachleuten, zum Beispiel die ehrenamtlich tätigen Juroren oder beratende Geigenbauer, die die Instrumente regelmäßig kontrollieren, trägt zum Gelingen dieses Projektes bei.