Bundesjugendorchester (BJO)
„Sie bilden eine verschworene Gemeinschaft, die nicht nur Noten spielt, sondern Musik machen will.“
(Rudolf Barschai)


Deutschlands jüngstes Spitzenorchester
Ursprünglich wurde das Bundesjugendorchester 1969 als eine pädagogische Anschlussmaßnahme für Preisträger der Bundeswettbewerbe „Jugend musiziert“ konzipiert, denen erste Orchestererfahrung ermöglicht werden sollte. In den fast 40 Jahren seines Bestehens und nach rund 100 Tourneen hat das BJO inzwischen einen ausgezeichneten Ruf weit über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Dreimal im Jahr treffen sich die rund 100 jungen Musiker aus ganz Deutschland, überwiegend noch Schüler zwischen 14 und 20 Jahren, zu intensiven Arbeitsphasen mit einem Team von Dozenten und wechselnden Dirigenten. Gemeinsam erarbeiten sie anspruchsvolle Orchesterwerke aus allen Epochen wie zum Beispiel Mahlers 9. Sinfonie, Beethovens „Eroica“, aber auch zeitgenössische Kompositionen von Luigi Nono oder Hans Werner Henze. Im Anschluss präsentiert das Nachwuchsorchester sein Programm - ganz wie ein Profiorchester - in deutschen und internationalen Konzertsälen. Mit ihrer Aufgeschlossenheit und Begeisterungsfähigkeit erobern die hochbegabten jungen Musiker Publikum und Kritiker überall im Sturm.

Als „Botschafter eines Deutschlands, wie wir es gerne hätten“ (Joachim Gauck) ist das Bundesjugendorchester in den letzten Jahren verstärkt im Zusammenhang mit zeitgeschichtlich bedeutenden Projekten aufgetreten. Dazu gehören Konzerte in Israel mit Gary Bertini 1992, Gedenkkonzerte für die Atombombenopfer von Hiroshima und Nagasaki 1995 oder die Aufführung des Verdi-Requiems 1997 im ehemaligen Konzentrationslager Theresienstadt.

Die Deutsche Stiftung Musikleben hat als privater Partner und Förderer des BJO bisher zwei große Auslandstourneen mit dem Orchester realisiert: 1998 die „Thank You America!“-Tournee unter der Leitung von Kurt Masur anlässlich des 50. Jahrestages der Berliner Luftbrücke nach New York, Washington, Boston und Berlin und 2000 die Tournee „Polen und Deutschland - Gemeinsam im Herzen Europas“ zusammen mit der EuropaChorAkademie, dirigiert von Gerd Albrecht. Die Tourneen wurden durch die großzügige Unterstützung langjähriger Förderer der Stiftung ermöglicht, allen voran der Bertelsmann AG und der Gruner + Jahr AG. Als Reaktion auf die Terroranschläge in den USA veranstaltete die Stiftung gemeinsam mit der Atlantikbrücke im September 2001 ein „Benefizkonzert“ mit dem Bundesjugendorchester unter der Leitung von Roberto Paternostro in Berlin.